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Dossier Wenn Jugendhilfe zum Kraftakt wird

Lösungsideen für den Umgang mit jungen Menschen und herausforderndem Verhalten _____

Zerbrochene Fensterscheibe eines Gebäudes

Ein Team für komplexe Fälle

Junge Menschen mit herausforderndem Verhalten stellen Jugendämter vor große Probleme. Ein Modell der Stadt Dortmund zeigt, wie diese besser gelöst werden könnten.

Zu unserem Beitrag

Das Wort mit Sprengkraft

Der Begriff „Systemsprenger" ist sehr umstritten. Warum er dennoch verwendet wird – auch von einigen Fachleuten.

Zum Hintergrundbeitrag

„Feuerwehr der Jugendhilfe“

Die Stadt Dortmund erprobt ein in Westfalen-Lippe einzigartiges Konzept für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die das Hilfesystem an seine Grenzen bringen. Martin Caspary, der Leiter der Koordinierungsstelle „KoSyDo“, erklärt das Modell.

Zum Interview mit Martin Caspary

Konflikte auf Distanz

Auslandsmaßnahmen – ein „Gamechanger“ für problembelastete Kinder und Jugendliche?

Zu unserem Artikel

Experten-Gespräch „Wir brauchen lokale Netzwerke“

Der Düsseldorfer Pädagogikprofessor Menno Baumann forscht seit mehr als 20 Jahren über herausfordernde Jugendliche, für die das Hilfesystem keine passenden Angebote findet. Wir haben den Experten gefragt: Wie könnte es besser laufen?

Zum Interview mit Menno Baumann

Porträt von Professor Menno Baumann

Zahlen

Steigende Kosten in der Jugendhilfe

4,7 Milliarden Euro haben die kommunalen Jugendämter in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 für Leistungen der Hilfen zur Erziehung, der Hilfen für junge Volljährige sowie der Eingliederungshilfen bei einer (drohenden) seelischen Behinderung ausgegeben, ein Höchststand. Durch die Hilfen wurden 311.492 junge Menschen erreicht. 2010 waren es 1,9 Milliarden Euro für 258.720 junge Menschen. Als Gründe für den Anstieg der Ausgaben haben neben Preisentwicklungen alltäglicher Waren insbesondere die Tarifentwicklungen des Personals eine große Bedeutung, so die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der TU Dortmund.
Quelle: HZE-Bericht 2026

Inobhutnahmen auf hohem Niveau

Fast 14.200 Inobhutnahmen haben die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2025 vorgenommen. Das waren rund 18 Prozent weniger Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen als im Vorjahr (17.230). Zum Vergleich: 2019 waren es 13.812 Inobhutnahmen wegen einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung.
Quelle: IT.NRW

Abbrüche bei Erzieherischen Hilfen

Knapp 44 Prozent der erzieherischen Hilfen (ohne Erziehungsberatung) wurden im Jahr 2024 unplanmäßig beendet. Diese Quote ist seit Jahren konstant. Der Abbruch kann aus verschiedenen Gründen erfolgt sein, zum Beispiel weil ein junger Menschen nicht mehr bei einem Hilfsangebot erschienen ist oder weil er woanders eine neue Perspektive gefunden hat. Für unplanmäßig beendete stationäre Hilfen (53%) und für die Heimerziehung (56%) ist die Quote höher als für die ambulanten Hilfen (40%).
Quelle: HZE-Bericht 2026

Hilfsangebote für junge Menschen

22.000 Plätze in stationären Settings für junge Menschen gab es im Frühjahr 2026 in Westfalen Lippe. Diese Zahl umfasst sowohl Plätze in Jugendhilfeeinrichtungen als auch Plätze im Rahmen der Eingliederungshilfe (EGH) für Kinder und Jugendliche mit einer (drohenden) Behinderung.
Quelle: LWL-Dezernat Jugend und Schule

Herausfordernde Einzelfälle

In ungefähr zehn Fällen pro Jahr gelingt es kommunalen Jugendämtern erst nach mehrmonatiger bundesweiter Suche, ein geeignetes Angebot für junge Menschen mit herausforderndem Verhalten zu finden. Das berichtet das LWL-Landesjugendamt Westfalen.
Quelle: LWL-Dezernat Jugend und Schule