Ein Team für komplexe Fälle
Junge Menschen mit herausforderndem Verhalten stellen Jugendämter vor große Probleme. Ein Modell der Stadt Dortmund zeigt, wie diese besser gelöst werden könnten.
Das Wort mit Sprengkraft
Der Begriff „Systemsprenger" ist sehr umstritten. Warum er dennoch verwendet wird – auch von einigen Fachleuten.
„Feuerwehr der Jugendhilfe“
Die Stadt Dortmund erprobt ein in Westfalen-Lippe einzigartiges Konzept für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die das Hilfesystem an seine Grenzen bringen. Martin Caspary, der Leiter der Koordinierungsstelle „KoSyDo“, erklärt das Modell.
Konflikte auf Distanz
Auslandsmaßnahmen – ein „Gamechanger“ für problembelastete Kinder und Jugendliche?
Hilfen erfordern hohen Aufwand
Dr. Olaf Gericke, Landrat des Kreises Warendorf und Präsident des Landkreistags Nordrhein-Westfalen, zu den Herausforderungen besonders schwieriger Jugendhilfefälle für die Kommunen.
Zahlen
Steigende Kosten in der Jugendhilfe
4,7 Milliarden Euro haben die kommunalen Jugendämter in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024 für Leistungen der Hilfen zur Erziehung, der Hilfen für junge Volljährige sowie der Eingliederungshilfen bei einer (drohenden) seelischen Behinderung ausgegeben, ein Höchststand. Durch die Hilfen wurden 311.492 junge Menschen erreicht. 2010 waren es 1,9 Milliarden Euro für 258.720 junge Menschen. Als Gründe für den Anstieg der Ausgaben haben neben Preisentwicklungen alltäglicher Waren insbesondere die Tarifentwicklungen des Personals eine große Bedeutung, so die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der TU Dortmund.
Quelle: HZE-Bericht 2026
Inobhutnahmen auf hohem Niveau
Fast 14.200 Inobhutnahmen haben die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2025 vorgenommen. Das waren rund 18 Prozent weniger Maßnahmen zum Schutz von Minderjährigen als im Vorjahr (17.230). Zum Vergleich: 2019 waren es 13.812 Inobhutnahmen wegen einer akuten oder latenten Kindeswohlgefährdung.
Quelle: IT.NRW
Mehr Kindeswohlgefährdungen
Rund 79.800 Kindeswohlgefährdungen haben die Jugendämter im Jahr 2025 bundesweit durch Vernachlässigung, psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt festgestellt. Das waren etwa 7000 Fälle mehr als im Vorjahr und bedeutet einen Höchststand. Seit Beginn der Zählung 2012 hat sich die Fallzahl sogar verdoppelt – damals lag sie erst bei rund 38.300 Fällen. In fast drei Vierteln der Fälle ging die Gefährdung von Vater oder Mutter aus.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Abbrüche bei Erzieherischen Hilfen
Knapp 44 Prozent der erzieherischen Hilfen (ohne Erziehungsberatung) wurden im Jahr 2024 unplanmäßig beendet. Diese Quote ist seit Jahren konstant. Der Abbruch kann aus verschiedenen Gründen erfolgt sein, zum Beispiel weil ein junger Menschen nicht mehr bei einem Hilfsangebot erschienen ist oder weil er woanders eine neue Perspektive gefunden hat. Für unplanmäßig beendete stationäre Hilfen (53%) und für die Heimerziehung (56%) ist die Quote höher als für die ambulanten Hilfen (40%).
Quelle: HZE-Bericht 2026
Hilfsangebote für junge Menschen
22.000 Plätze in stationären Settings für junge Menschen gab es im Frühjahr 2026 in Westfalen Lippe. Diese Zahl umfasst sowohl Plätze in Jugendhilfeeinrichtungen als auch Plätze im Rahmen der Eingliederungshilfe (EGH) für Kinder und Jugendliche mit einer (drohenden) Behinderung.
Quelle: LWL